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Anpacken für die gute Sache Eine Kirche muss für andere da sein, sonst hat sie ihren Auftrag verfehlt. Sagt Inge Wüstefeld vom Christlichen Zentrum, die das Hilfsprojekt betreut, das Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt. Fechenheim. Inge Wüstefeld hat seit 2006 einiges geleistet: Dank der Initiatorin des Fechenheimer Projekts «Brot und Salz» werden zweimal wöchentlich insgesamt gut 300 Bedürftige im Osten Frankfurts mit Lebensmitteln, Zuneigung und Anerkennung bedacht. Ganz nebenbei wurden auf diesem Weg bereits acht neue Arbeitsplätze geschaffen. «Wir haben mittlerweile ein Netzwerk aufgebaut, das Supermarktketten, städtische und soziale Institutionen verbindet, um die Leute mit weit mehr als aussortierten Lebensmitteln zu versorgen.» Doch die Suche nach weiteren Sponsoren, die das Projekt unterstützen, hört gerade angesichts der wachsenden Schar an Bedürftigen nicht auf. «Brot und Salz» ist ein Projekt des Christlichen Zentrums Frankfurt, für das Inge Wüstefeld seit 17 Jahren hauptberuflich arbeitet. Die evangelische Freikirche hat im Stadtgebiet gut 200 Mitglieder. Ihre Zentrale sitzt in der Salzschlirfer Straße 15. «Ich bin katholisch erzogen und habe vorher in der Bank- und Versicherungsbranche gearbeitet», bekennt Wüstefeld. Irgendwann sei die Zeit reif gewesen, für die Menschen da zu sein und dem Beispiel ihrer Lieblings-Heiligen zu folgen: Elisabeth, die Armenspeiserin. Denn Glaube werde nicht in Worten, sondern in Taten sichtbar. Und so ist die 55-Jährige mit ihren 15 Helfern, von denen die Hälfte ehrenamtlich und der Rest als Ein-Euro-Jobber arbeitet, nahezu täglich unterwegs oder im Lager, um Essen abzuholen, Spenden aufzutreiben, Lebensmitteltüten zu packen und die Waren an Bedürftige zu verteilen. Gerne arbeitet sie auch mal länger, solange es der guten Sache dienlich ist. Zweimal wöchentlich wird ausgeteilt. «Die Leute müssen nachweisen, dass sie bedürftig sind und unter dem Existenzminimum leben. Dann bekommen sie von uns einen Ausweis und haben wöchentlich Anrecht auf zwei Tüten mit Lebensmitteln.» Jeweils einen Euro müssen sie dafür zahlen. In der einen Tüte ist frisches Obst und Gemüse, in der anderen sind Grundnahrungsmittel wie Brot. Bei vielen Menschen sei die Hemmschwelle anfangs hoch, Nicht jedem – gerade Senioren – falle es leicht, sich einzugestehen, dass sie an Armut leiden. «Zudem haben viele mit verlorenem Selbstwertgefühl, Alkoholismus oder sonstigen Nebeneffekten der Armut zu kämpfen.» Inge Wüstefeld ist stolz. «Neulich hatten wir eine Frau hier, die konnte ihre Tochter wieder zum Tanzunterricht schicken, weil sie durch unsere Lebensmittelrationen das Geld übrig hatte.» Petra Weber arbeitet seit Januar als Aushilfe, zuvor als Ein-Euro-Jobberin. «Bevor ich erwerbslos wurde, habe ich bei ’Pro Familia’ gearbeitet. Es war frustrierend, den ganzen Tag zu Hause zu bleiben», sagt die 46-Jährige. Durch die Aktion «Brot und Salz» habe sie nicht nur zurück zu einem geregelten Tagesablauf gefunden, sondern auch wieder in die Kirche. mov Lebensmittelausgaben sind mittwochs von 16 bis 17 Uhr im Christlichen Zentrum in der Salzschlirfer Straße 15 und freitags von 12 bis 13 Uhr im Sozialrathaus in Alt-Fechenheim 62h, Infos unter der Telefonnummer 069 - 9 41 48 00. |
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